Sachsen

Alltag und Jugend

Weiterbildung

Hi-STORIES

Geschichte vor Ort

Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Förderzeitraum 2021-2023

Das Projekt „Hi-STORIES. Geschichte vor Ort“ regt Jugendliche dazu an, in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld Geschichten mit Bezug zur SBZ oder DDR zu entdecken. Dafür gehen sie auf Spurensuche – nach historischen Objekten, Personen oder Orten. Das kann ein bestimmtes Bauwerk sein, ein Straßenname, ein Foto oder ein altes Nummernschild in der Garage der Großeltern.

Mit dem Projekt „Hi-STORIES. Geschichte vor Ort“ möchten wir Jugendliche dazu anregen, in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld Geschichten mit Bezug zur SBZ, DDR oder der Zeit der Trans-formation zu entdecken. Dafür gehen sie einzeln oder in der Gruppe auf Spurensuche – nach historischen Orten, Ereignissen, Personen oder Objekten. Das kann ein bestimmtes Bauwerk sein, ein Straßenname, ein Foto oder ein altes Nummernschild in der Garage der Großeltern. Um mehr zu erfahren, recherchieren die Jugendlichen selbstständig, sprechen mit Menschen vor Ort, gehen in die Bibliothek oder ins Archiv. Ziel ist es, die Geschichten hinter diesen histo-rischen Spuren freizulegen und die aufgespürte Geschichte in einer eigenen „Hi-Story“ näher zu beleuchten. Wir begleiten sie dabei mit individuellen Workshop-Angeboten und themenbezo-genen Exkursionen. Dabei entstehen Arbeitsergebnisse, die in einem kreativen digitalen Beitrag münden. Dieser sollte möglichst zu einem konkreten historischen Datum passen, denn wir grei-fen mit Hi-STORIES die Idee des klassischen Abrisskalenders auf und übertragen sie ins Digitale. Bei der Erstellung der kreativen Hi-Story bietet unser Projekt eine große Freiheit bei der Art der Umsetzung. Ob Fotoserie, Podcast, Video oder Kurzgeschichte – der Kreativität sind keine Gren-zen gesetzt. Um das zu ermöglichen, arbeiten wir mit externen Kooperationspartnern zusammen und unterstützen die Jugendlichen bei der Auswahl des Mediums. Medienworkshops unterstüt-zen die Jugendlichen begleitend. Sind die Beiträge fertig, kommen sie auf unsere Projekt-Website, wo sie regional verortet, nachgelesen und kommentiert werden können. Jede Hi-Story ist immer mit einem konkreten Ort verknüpft. Hi-STORIES.de bietet für diesen Zweck eine digita-le Landkarte, auf der die Story verankert wird. Durch diesen konkreten Zugang wird Geschichte für Jugendliche besser begreifbar. Hi-STORIES richtet sich an Jugendliche in ganz Sachsen ab Klas-senstufe 8 im schulischen sowie außerschulischen Bereich. Das Projekt schließt ausdrücklich Menschen mit Behinderung zum Ziele ihrer vollständigen Teilhabe an der Gesellschaft ein. 

Besonders beeindruckt hat mich, wie im Projekt aus der Spurensuche heraus ein Dialog zwi-schen den Generationen entstanden ist: Eine Gruppe von Jugendlichen fand die Musikkultur in der DDR spannend. Die Schüler interviewten ihre Schulleiterin und erfuhren dabei fast zu-fällig viel über Repression im Alltag in der DDR.“ (Magdalena Ermlich) „Insbesondere die Stopp-Motion-Filme zum 17. Juni 1953, die den Aufstand in Dresden aus fünf verschiedenen Perspektiven zeigen, haben mich sowohl inhaltlich als auch handwerklich beeindruckt. Was man mit LEGO-Figuren alles machen kann…

Dr. Nancy Aris, Landesbeauftragte

Highlight des Projektes

In einer Klasse hat sich eine Gruppe mit der Geschichte eines Gasthofs beschäftigt. Ausgangs-punkt dafür war die Neugier der Schüler, auf deren Schulweg er liegt. Mit HI-STORIES forschten sie zu dem Haus. Sie stießen dabei u. a. auf das tragische Schicksal früherer Besitzer, die kurz vor Kriegsende ermordet wurden. Einer der Schüler fand zudem heraus, dass er selbst verwandt-schaftliche Beziehungen zu den einstigen Besitzern hat. Für ihn war das Projekt Motivation, die-ser Spur weiter nachzugehen.

Das Projekt in Zahlen

40

Workshops in Schulen

200

junge Menschen erreicht

Über Jugend erinnert konnten wir das erste digitale Bildungsangebot der Landesbeauftragten realisieren. Ein Angebot, das Jugendlichen einen individuellen Zugang zu Geschichte eröffnet, sie kreativ fordert und gleichzeitig in ihrer digitalen Lebenswelt abholt. Jugend erinnert half uns, die dafür notwendigen Strukturen und Vernetzungen zu schaffen, damit es nachhaltig wachsen kann. Hi-Stories war der Auftakt zu einem breiter angelegten Projekt, das unbedingt verstetigt und weiter ausgebaut werden sollte.

Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
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